ÜBER MICH:
Ihr möchtet sicher wissen, wer in diesem Literaturgarten arbeitet und ich versuche ein wenig über mich zu schreiben. Bücher haben mich von kleinauf fasziniert und auch heute gehören sie immer noch zu meinen täglichen Begleitern. Inzwischen bin ich dreiundsechzig (63 ) Jahre alt und ich liebe es über das Lesen mit anderen Menschen zu kommunizieren,,, egal ob jung oder alt. Meine anderen Interessen gehören der Natur, dem Garten, dem Fotografieren und natürlich meiner lieben Familie ( Ehemann, erwachsene Kinder und Enkel), die oft den Kopf schüttelt über meine geistige Abwesenheit ;-) , aber es sehr lieb toleriert. Über jeden Kommentar von meinen Lesern freue ich mich und er wird natürlich beantwortet,,,,

Impressum: Bitte nach unten scrollen !

Freitag, 22. September 2017

*Freitagsfüller*

Eine Aktion zum Ausfüllen eines Textes von Barbara, der heute etwas später kommt, da ich viele andere Dinge zu erledigen hatte,,,,

1. Wenn ich heute  Abend müde bin, weiss ich genau warum .
2.  Das Erwachsenwerden  und Wachsen der Enkelkinder geht  immer weiter.
3.  Ich muss daran denken, wie sich meine eigenen Kinder benommen haben, als sie klein waren 
4. Grüne Bohnen, Kartoffeln und Frikadellen gibt es heute zum Abendessen.
5. Meine letzte Mail begann mit den Worten : Hallo liebe ,,,, .
6. Hoffentlich können die Kleinen heute Abend gut einschlafen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf gute Gespräche mit der Familie  , morgen habe ich geplant,  einen Geburtstagsbesuch zu machen und Sonntag möchte ich wie so oft in den Tag hinein leb(s)en !





Mittwoch, 20. September 2017

*Die Oleanderschwestern*, von Cristina Caboni, erschienen im Blanvalet Verlag

Buchinfos:
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :21.08.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 21.08.2017
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783734105098
  • Flexibler Einband 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch
Autorin: Cristina Caboni

Rezension

INHALT: Diese schöne Familienerzählung der Familie Donati spielt hauptsächlich in der Toscana, Amsterdam und in London. Iris Donati, eine junge Frau schreibt für eine Gartenzeitschrift und hat  durch ihre Reisen mit mit ihrem Vater Francesco Donati schon viel von der Welt gesehen, ist nun aber hauptsächlich in Amsterdam ansässig.
Viola Donati lebt mit ihrer Mutter Claudia in London und arbeitet dort praktisch im Blumenladen der Mutter und in Gartenanlagen.
Zufällig begegnen sich die beiden jungen Frauen Iris und Viola in London und sind sehr erschrocken über ihre äusserliche Ähnlichkeit. Sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Es stellt sich heraus ,dass sie Zwillinge sind und in jungen Jahren von den Eltern Claudia und Francesco getrennt worden sind….

MEINE MEINUNG:
Im ersten Moment, beim Lesen des Klappentextes habe ich sofort an *Das doppelte Lottchen* von Erich Kästner denken müssen und mich auf eine nette Verwechslungsgeschichte gefreut. Diese Vorahnung hat sich dann auch teilweise bewahrheitet. Die Autorin hat mich durch ihren bildhaften,verständlichen und schlichten Schreibstil schnell in ihre Geschichte geführt und ich habe mich am Beginn sehr wohl gefühlt beim Lesen. Die stimmigen und herrlichen Beschreibungen von Landschaft, Gärten, Blumen und Gartenliebhaber/rinnen fanden meine Bewunderung.
Besonders gut haben mir ihre manchmal sogar etwas esoterischen Ausführungen am Anfang eines jeden Kapitel zu jeweils unterschiedlichen Pflanzen gefallen. Dass die beiden jungen  Zwillinge  ihrer Herkunft auf den Grund gehen wollten, war nur verständlich und das Treffen in der Toscana mit den Eltern,  der Grossmutter, Verwandten und Bekannten hat Licht und Verständnis in ihre Charakterentwicklung und ihr Leben und Schicksal für den Leser gebracht. Ein wenig unverständlich war das merkwürdige und schräge Verhalten der Grossmutter, die als eine der Protagonisten nicht unbedingt meine Sympathie bekommen hat, dafür aber Bianca Donati umso mehr, deren  geheimnisvolle Persönlichkeit in Extra-Beiträgen  beschrieben wurde.

Die  psychische Annäherung von Viola und Iris wurde mir mit zuviel Längen im Buch dargestellt und ich fand die beiden jungen Frauen vom Charakter nicht super sympathisch und konnte mich mit ihnen und ihren Handlungen nur teilweise identifizieren. Ich habe mich manchmal ein wenig gelangweilt beim Lesen und gehofft, dass die Autorin nun endlich zu den wichtigen Aspekten und Auflösungen dieser Familien-Geschichte kommt, die man als Leser ja schon lange ahnt. 

Insgesamt war es aber ein tolles Buch mit kleinen Schwächen im Genre Familiengeschichte, dem ich gerne vier **** Sterne gebe.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Blanvalet Verlag für diese schöne Geschichte und das Rezensionsexemplar.



    Dienstag, 19. September 2017

    *Gemeinsam lesen*



    1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
    Klappentext:

    Zwei Schwestern, ein Blumengarten in der Toskana und ein Sommer, der alles verändert ...

    Wenn Iris inmitten ihrer Blumen ist, ist sie glücklich. Doch als eines Tages eine Frau vor ihr steht, die ihr bis aufs Haar gleicht, gerät ihre Welt ins Wanken. Wer ist sie und was hat das zu bedeuten? Wie Iris liebt es Viola, sich mit Blumen und ihren Düften zu umgeben. Die beiden sind Zwillinge und wussten bislang nichts von der Existenz der jeweils anderen. Um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren, reisen die Frauen in die Toskana, wo sich der Landsitz der Donatis inmitten eines prachtvollen Blumengartens befindet. Die Schwestern werden bereits von ihrer Großmutter erwartet – und nur sie kann den beiden helfen, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen …
    Ich habe mal wieder zwei Bücher, in denen ich zur Zeit lese, eher am Abend vor dem Zubettgehen, da sie nicht viel Aufmerksamkeit beanspruchen und recht unterhaltend sind,,,,
    Ich bin auf Seite 332 bei den *Oleanderschwestern*. Mit dem  anderen Buch von Susanna Ernst  werde ich wohl heute Abend beginnen.


    2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
    Im Licht des neuen Morgens zog es Giulia in den Renaissancegarten.

    3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
    Mir gefallen die stimmigen Landschafts- und Gartenbeschreibungen im Buch besonders gut, genau so wie die kleinen Abschnitte vor jedem Kapitel, die jeweils eine Pflanze und ihre Eigenarten beschreiben,,,,,
    4. Was ist dein Lieblingsgenre und warum magst du genau dieses Genre so gerne?(Moni)
    Ich lese ja gerne quer durch alle Genre, aber am liebsten Familiengeschichten oder historische Romane.
    Geschichtswissen , gut in einem ansprechenden Roman verpackt, zieht mich magisch an.   

    Grad hat mich aber auch das Buch von Stefan Bachmann ( Fantasy -  Palast der Finsternis) , siehe vorheriger Artikel, sehr beeindruckt,,, nun bin ich auf der Such nach ähnlicher Lektüre......



    Sonntag, 17. September 2017

    *Palast der Finsternis* von Stefan Bachmann, erschienen im Diogenes Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :23.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 23.08.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257300550
    • Flexibler Einband 400 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Info zum Autor Stefan Bachmann


    Rezension

    INHALT: 
    Fünf junge Menschen, Anouk, Lilly, Will , Jules und Hayden, die sich erst am Tag ihrer Abreise am JFK - Flughafen kennenlernen, fliegen nach Frankreich. Sie haben die ungewöhnliche Chance bekommen (anhand ihrer spezifischen Qualifikationen, Anouk zum Beispiel ist kunstbegeistert), an einem mysteriösen, archäologischem Forschungsprojekt teilzunehmen. Sie treffen dort Prof. Thibault Dorf, Kontaktperson und Organisator dieses aufregenden Vorhabens: 
    Die französische Adelsfamilie Bessancourt hat vor zweihundert Jahren unter ihrem Anwesen einen geheimen Flucht- und Rückzugsort  erbaut. Dieser geheimnisvolle Palast wurde erst vor kurzer Zeit entdeckt und soll nun näher erforscht werden. Die fünf Jugendlichen, mit der verschlossenen Hauptprotagonistin und Erzählerin Anouk, lernen bei diesen Nachforschungen viel Neues über sich selber und ihre gegenseitigen Beziehungen zueinander ,,,,,, 


    MEINE MEINUNG:  
    Dieses Buch hat mich von Beginn an gefesselt und ich habe diese Geschichte, die eine absolut gekonnte Mischung aus den Genren Fantasy, Mystery, Thriller, Horror und Young Adult ist, mit Begeisterung genossen. 
     Der Autor hat eine so düstere ,skurrile Atmosphäre des unterirdischen Palastes mit so vielen unterschiedlichen Räumen geschaffen, die den Leser förmlich aufsaugen und nicht mehr freigeben . Man fliegt durch die Seiten, besteht gefährliche Situationen in alten, prächtigen, geschichtsträchtigen  Sälen , die mit lebensgefährlichen Fallen versehen sind und die in ihrer heimtückischen  Ausstattung der Phantasie keine Grenzen setzen. Klingen, Messer, giftige Gase, aus verborgenen Verstecken hervorkommende, schnellende Metallpeitschen trachten den jungen Menschen  immer wieder nach dem Leben. Man wird als Leser immer wieder mit den inneren Fragen konfrontiert: Warum, wieso, was passiert gerade weshalb,,, und dann wirft eine plausible Erklärung wieder eine neue Frage auf. Und immer wieder tauchen symbolhafte Bilder ,wie Schmetterlingsflügel mit menschlichen Augenpaaren auf  - und menschliche Personen, die eine unheimliche und ekelhafte Ausstrahlung verströmen wie Gestank, schwärende offene Wunden und Abnormalität.

    Der Autor springt kapitelweise in die Geschichte und das Erleben der Aurélie du Bessancourt von vor zweihundert Jahren und streut immer wieder französische Redewendungen und Sätze in diese Kapitel ein. Man versucht  fieberhaft einen Zusammenhang herzustellen, und tatsächlich  - ein Mosaiksteinchen kommt zum anderen. Stefan Bachmann führt geschickt die beiden Handlungsstränge immer enger zusammen,,,,

    Meine Bewertung: Absolute Leseempfehlung mit fünf ***** Sternen in den Genren Fantasy, Psychothriller, Young Adult.

    Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für dieses spannende Leseerlebnis und Rezensionsexemplar!





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    Freitag, 15. September 2017

    *Freitagsfüller*

    Danke liebe Barbara,,, ich hab Deine tolle Reise gern auf Instagram verfolgt und freue mich, dass ihr alle wieder gut gelandet seid...die Sonne scheint im Moment nur wenig, aber der ein oder andere Sonnenstrahl wird uns vielleicht doch erreichen,,,,


    1. Ist denn heute schon wieder Freitag? Die Tage und Wochen rasen auf Weihnachten zu,,,
    2. Ich habe ein Rezept für eine englische Spezialität gefunden, und am WE gibt es dann *Toad in the Hole*.
    3. Am liebsten mag ich gerade vor dem Kamin lesen. 
    4. Heute habe ich noch keine Lust auf Herbstdekoration.
    5. Socken an den Füßen müssen wohl jetzt sein. 
    6. *Mein guter Katzenfreund Micky und ich*  könnte der Titel eines Buches über mein Leben lauten.
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein gutes Glas Wein , morgen habe ich geplant, einen Bummel zum Wochenmarkt zu machen  und Sonntag möchte ich gerne in den Tag hinein leb(s)en,,,,

    Und für Kochbegeisterte Leser hier das einfache Rezept :
    *Toad in the Hole*
    Aus 125 g Mehl, einer Tasse Milch , zwei Eier ,  etwas Salz einen Pfannkuchenteig bereiten.
    500 g Rinderfilet in feine Streifen schneiden, würzen mit Pfeffer, Salz und  ganz viel feingehackter Petersilie. In einer Auflaufform etwas Fett erhitzen, die Hälfte des Teigs hineingeben, im Ofen stocken lassen. Wenn der Teig nicht mehr fliesst, das gewürzte Fleisch darauf verteilen und den übrigen Teig darüber giessen. Bei guter Hitze noch etwa 30 Minuten backen.




    Donnerstag, 14. September 2017

    *Mein dunkles Herz* von Jorge Galán, erschienen im Penguin Verlag

    Buchinfos:
    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :14.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 14.08.2017
    • Verlag : Penguin
    • ISBN: 9783328101000
    • Flexibler Einband
    • Sprache: Deutsch

    Rezension

    INHALT:  Diese Geschichte spielt in El Salvador und der Autor Jorge Galán zeigt die für uns fremdartige Atmosphäre dieses Landes, seiner Menschen und seiner Geschichte hervorragend in diesen Roman auf.  

    Ein namenloser 90 jähriger Greis wandert ziellos durch die Landschaft,  zeugt in seinen letzten Lebensaugenblicken ein Kind  - und verstirbt.
    Sein Sohn Vincente wird 1920 geboren und als junger Mann von Magdalena als Ehemann auserwählt. Sie ist eine besondere Frau und  besitzt eine *Gabe für böse Wünsche*. Dieser schlimme Fluch, anderen Menschen unbewusst und vorschnell Leid durch negative Vorstellungen anzutun , bedrückt sie lebenslang mit einem schlechten Gewissen.
    Vincente und Magdalena ziehen in einer glücklichen Ehe fünf Kinder gross und Magdalena erzählt nach Vincentes Tod  als Grossmutter ihrem Enkel aus ihrem ereignisreichen Leben und der Familiengeschichte , so wie sie es auch von ihren Eltern und Grosseltern kennt und gehört hat,,,,

    MEINE MEINUNG: Wenn ich meine eigene Inhaltsangabe lese, oder den angegebenen Klappentext des Verlages , werde ich ganz unsicher, ob diese Angaben der Geschichte überhaupt gerecht werden können. Ich denke NEIN!
    Das Buch beinhaltet ganz viel mehr . Es ist nicht nur die Erzählung einer *Familiengeschichte* über Generationen hinweg, sondern verbirgt ganz viele mystische Lebensweisheiten und Erkenntnisse, die unserer heutigen  Generation eventuell verloren gegangen sind. Den Schreibstil des Autoren beschreibe ich als hochwertigen Literaturausdruck, weitab angesiedelt von jedweder trivialer Ausdrucksweise. Trotzdem lesen sich die Abschnitte leicht verständlich, einprägsam, beeindruckend und gar nicht abgehoben. Dieser Roman beinhaltet viele Schichten um Glauben, Wunder, Tragödien und menschlichen Schicksalen , er ist aber in keiner Weise religiös angehaucht oder versucht eine fanatische Einstellung zu vermitteln. 

    Das Buch regt zum Nachdenken über das *WUNDER* unseres Lebens und Schicksals an und wird noch lange in mir nachhallen.

    Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für ein grossartiges Buch! 

    Danke an den Autor und den Penguin Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplar.



    Mittwoch, 13. September 2017

    *Cover theme day*

    Diese tolle Aktion kommt von der Bloggerin  Charleen und ich mache gerne mit!
    Ihre heutige Frage lautet: 

    "Zeige ein Cover auf dem etwas zu sehen ist, was man am Himmel finden kann"


    Da fiel mir doch sofort meine aktuelle Lektüre ein. Ein wunderschöner bunter Ara, der sich an eine mysteriöse Person schmiegt.....aber eigentlich in den blauen Himmel gehört,,,

    Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Magdalena aus El Salvador, die mit vierzehn Jahren erkennt, dass sie wohl übernatürliche Kräfte in sich hat, die anderen Menschen das sogenannte *Böse* schicken. Zum Beispiel fallen ihren Brüdern die Zähne aus, nur weil Magdalena daran denkt und es ihnen wünscht. Sie heiratet Vicente, der auf wundersame Weise von einem namenlosen  90 jährigen Greis im Jahr 1920 gezeugt wurde. Vincente und Magdalena  bekommen fünf Kinder....

    Das Buch ist nicht einfach zu verstehen und zu lesen und es ist kein typischer Familienroman Es ist literarisch hochwertig verfasst , steckt voller tiefgründiger Weisheiten und Geheimnisse  und ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll.
    Aber das Cover finde ich besonders gelungen und schön. 

    Autor:  Jorge Galán


    Montag, 11. September 2017

    * Unsere Jahre in Miller's Valley* von Anna Quindlen, erschienen bei der DVA

    Buchinfos:
    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :21.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 21.08.2017
    • Verlag : DVA
    • ISBN: 9783421047588
    • Fester Einband
    • Sprache: Deutsch

    Rezension

    INHALT: Die Autorin erzählt die Geschichte einer amerikanischen Farmer-Familie in den 50er und 60er Jahren, die schon über zweihundert Jahre in einem kleinen, ruhigen Tal namens Miller’s Valley lebt und zwar aus der Sicht vom jüngsten Mitglied der Familie, dem anfangs elfjährigen Mädchen Mimi Miller. Wir erleben ihre Kindheit und später ihren Entwicklungsprozess zur jungen, erwachsenen Frau in ihrem Heimatort. Doch das Tal soll geflutet und ein Fluss gestaut werden. Die ansässige Tal-Bevölkerung stemmt sich mit aller Kraft gegen diese schon langjährigen Pläne des Staates. Alle würden ihre Heimat und ihre persönliche Vergangenheit verlieren, wenn diese Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung, so die Meinung der Regierung, durchgeführt werden,,,,,

    MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch hat beim Betrachten des Covers bei mir tatsächlich ein angenehmes Heimatgefühl mit Erinnerungen im Kopf  an Düfte von Rosen, Lavendel, gebackenem Kuchen und frischen Früchten ausgelöst.
    Diese freudige Erwartung auf ein angenehmes, zur Entspannung taugliches Buch wurde hauptsächlich auch eingelöst. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und gut verständlich. Ihre Protagonisten sind liebevoll, sorgfältig und ehrlich ausgestattete Charaktere , teilweise mit kauzigen  Eigenschaften, Geheimnissen und Gewohnheiten, wie sie in einer bunten, sozialen Talgemeinschaft immer zu finden sind.  
    Aber Anna Quindlen springt, nach oft nur kurzen Sätzen, nach wenigen Augenblicken, immer wieder in eine andere  gedankliche Thematik und/oder Situation. Kurz gesagt, ich beschreibe das mit einer Redewendung : * Sie erzählt und kommt vom Hölzchen auf’s  Stöckchen* . Das war sehr mühsam und ich bin jetzt, am Ende des Buches der Meinung, dass es anfangs etwas mit dem Alter der elfjährigen jungen Mimi zu tun hat. Dieser hektische, anstrengende  Schreibstil verschwand nämlich plötzlich, als die Jugend der erzählenden Mimi zu Sprache kam.   
    Anna Quindlen wollte dem Leser sicher damit die springende Denk- und Handlungsweise eines Kindes verdeutlichen, hat mich aber dadurch ein wenig verwirrt und enttäuscht. Auch der Epilog am Ende des Buches war in meinen Augen eher ein zu abrupt erzählter Schluss eines ganzen Menschenlebens und der Geschichte des Tales.  Als Leser hat man sich zwar  sagen können : „Aha, so ist also alles ausgegangen“, aber ich fand es nicht zwingend notwendig zum Verständnis des Romans und seiner vielen, unterschiedlichen Protagonisten, wie dem Bruder und Vietnam-Veteran Tommy, der psychisch gestörten Tante Ruth oder dem beständigen Jugendfreund Donald.  

    Insgesamt gesehen ist es ein gutes, lesenswertes Buch über unterschiedliche Familiencharaktere, vor allem aber  auch über das typische amerikanische Landleben während der 50er und 60er Jahre , welches ich mit drei  *** Sternen empfehlen möchte.     
    Herzlichen Dank an die Autorin und den DVA Verlag in der RandomHouse Group für das ansprechende Buch.

    Samstag, 9. September 2017

    *Samstagsfrage vom Lesehimmel*

    Gisela's heutige Frage lautet: Welches Buch/Bücher hat/haben bei Euch schon mal Fernweh ausgelöst? Habt Ihr euch, aufgrund eines Buches, ein bestimmtes Reiseziel vorgenommen?

    Vor bestimmt fünfundvierzig (45) Jahren habe ich einen Klassiker gelesen und zwar *Und ewig singen die Wälder* von Trygve Gulbranssen. Das Buch hat mich derartig beeindruckt, dass ich als junges Mädchen immer gern nach Norwegen reisen wollte. Geschafft habe ich es leider bis heute noch nicht, aber mein  heutiges Lieblingsreiseland  Irland liegt ja auch im Norden ,,,,

    Kennt jemand von Euch auch dieses Buch? Es wurde auch verfilmt,,,

    Und ewig singen die Wälder




    Freitag, 8. September 2017

    *Das Lied des Lebens*

    Texte von Hermann Hesse aus dem Buch *Das Lied des Lebens*, Seite 215 vom Insel Verlag

    Herbstgeruch (Hermann Hesse)

    Wieder hat ein Sommer uns verlassen,
    Starb dahin in einem Spätgewitter.
    Regen rauscht geduldig , und im nassen
    Walde duftet es so bang und bitter.

    Herbstzeitlose starrt im Grase blässlich
    Und der Pilze wucherndes Gedränge.
    Unser Tal, noch gestern unermeßlich
    Weit und licht, verhüllt sich und wird enge.

    Enge wird und duftet bang und bitter
    Diese Welt, dem Lichte abgewendet.
    Rüsten wir uns auf das Spätgewitter,
    Das des Lebens Sommertraum beendet!

    *Freitagsfüller*

    Danke an Barbara

    Es herbstelt gewaltig und der Wind bläst durch meinen Garten. Was gibt es Schöneres als sich mit einem Buch im Warmen  zu verkriechen? 

    Und nun zu den Fragen,,,,

    1. Die letzte erfreuliche Postsendung war natürlich eine Buchsendung von einem Buchverlag!!!
    2. In dieser Woche war ich dankbar für die viele Zeit, die ich beim Lesen verbringen durfte.
    3. Ein warmes, selbstgekochtes Essen ist das köstlichste, was es gibt.
    4. Vieles ,was ich im Netz von anderen Buchbloggern lese , inspiriert mich.
    5. Ich bin momentan am glücklichsten, wenn ich meine Familie und viele Bücher um mich weiss.
    6. Und alle Wege die wir gehen müssen  sind nicht immer angenehm und gerade,,,,,
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die neue Lektüre, morgen habe ich geplant, den Herbst im Wald zu entdecken und Sonntag möchte ich ähnliche Erlebnisse im schönen Reinhardswald erlaufen  !

    Meine WE_Lektüre sieht so aus:



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    Donnerstag, 7. September 2017

    *Sitzen ist fürn Arsch* von Dr. Vivien Suchert, erschienen im Heyne Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.06.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2017
    • Verlag : Heyne
    • ISBN: 9783453604377
    • Flexibler Einband 208 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Rezension

    INHALT/KLAPPENTEXT: Wer länger sitzt, ist früher tot! Evolutionär ist der Mensch zum Laufen gemacht. Doch was tun wir? Ob Auto, Büro oder Sofa – wir wechseln von einer Sitzgelegenheit zur nächsten. Und handeln uns damit allerlei Übel ein: von Rückenbeschwerden, Übergewicht und Diabetes bis hin zu Depressionen, Herzkrankheiten und Krebs. Die junge Wissenschaftlerin Vivien Suchert erklärt in diesem eigenhändig illustrierten Buch unterhaltsam, wie wir das Laufen verlernt haben, wo Sitzfallen lauern und warum Sport nur die halbe Miete ist.

    MEINE MEINUNG:
    Wie recht die Autorin doch hat. Nun sitze ich schon wieder und schreibe  etwas über diesen guten Ratgeber.  Die Autorin erinnert uns auf humorvolle, lustige und einprägsame Weise  daran, den sogenannten *Sitzfallen* aus dem Weg zu gehen und erinnert immer wieder  in ihrem Text daran, dass der Mensch evolutionsmässig  zum *LAUFEN und BEWEGEN* geboren wird. Ihre kompetenten Literaturquellen dazu hat sie auf acht Seiten aufgelistet. 
    Seit einigen tausend Jahren sind wir ja nun nicht mehr als Jäger und Sammler in Steppe und Wald tätig, sondern fahren  heute gemütlich mit dem Auto zum Supermarkt, wo uns Nahrung im Überfluss erwartet. Um dem Leser diese Probleme der Bewegungsarmut  ein wenig klarer  und bewusster zu machen, stellt sie uns auf witzige Art und Weise *Ottfried* und sein Leben vor. Ein Typ, der vor 50 000 Jahren durch die Steppe gestreift ist und sich höchstens mal einen Stein unter den *Allerwertesten* geschoben hat. Ottfried taucht immer wieder auf  und sie hat zusätzlich nette Comics zur Verdeutlichung  der Thematik  *Bewegungsarmut *in das Buch eingebunden. 
    Zum Glück kennt  sie aber Tipps und Tricks  der *Sitzfalle* zu entkommen und lässt uns an ihrem wertvollem Wissen teilhaben. Denn auch mit zwei Stunden sportlicher Betätigung in der Woche, die nach ihrer Meinung längst nicht ausreichen, landet man zur Belohnung doch immer wieder in der *Sitzfalle*.
    Dr. Vivien Suchert macht natürlich in ihrem Buch auch darauf aufmerksam, dass wir zuviel und nicht unbedingt das Richtige essen. 

    Insgesamt ist dieses nette Buch ein guter Ratgeber, der aufrüttelt und uns zu jeglicher Art von Bewegung auffordert. Dabei schneidet die übliche Arbeit einer fleissigen Hausfrau in ihren Augen  gar nicht schlecht ab,,,, und nun steh ich auf!
    Meine Bewertung : Drei gute *** Sterne !

     Danke für das Rezensionsexemplar!

    Dienstag, 5. September 2017

    *Nach Onkalo* von Kerstin Preiwuß, erschienen im Berlin Verlag

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.03.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
    • Verlag : Berlin Verlag
    • ISBN: 9783827013149
    • Fester Einband 240 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    • Autorin Kerstin Preiwuß
    • Leseprobe

    Rezension

    INHALT: 
    Hans Matuschek, ein vierzigjähriger  einfacher , bodenständiger Mann , der noch immer bei seiner Mutter lebt und dort von ihr fürsorglich betreut wird, treffen einige schwere Schicksalsschläge. Seine Mutter stirbt plötzlich und er vermisst sie sehr - zwar nicht in jeder privaten Lebenslage ( beim Telefonsex verwünschte er oft ihre Anwesenheit im Haus, da sie ihn wegen der Kosten gern kontrolliert hat und schweigende Vorwürfe tätigte ) - aber da sind noch seine geliebten Tauben, um die er sich seit Kindertagen  verantwortungsvoll und mit Hingabe kümmert und die russischen Nachbarn Galina und sein Angelfreund Igor, der Matuschek  oft nachsichtig und belehrend mit dem Kosenamen Towarischtsch anspricht. Auch der alte, eigenbrötlerische Taubenzüchter Witt, ein ehemaliger Mitarbeiter im Kernkraftwerk Lubmin, hat immer ein Auge auf den unpraktischen Junggesellen Matuschek. Hans Matuschek ist zwar ein ungelernter Arbeiter, hat aber einen Job als fleissiger Wetterbeobachter auf einem russischen Flugplatz. Sein kleines, privates Glück findet er in seiner Liebe zu Irina. Doch als sie ihn verlässt (die Nachbarn verlassen ihn auch, Igor stirbt, Galina zieht fort und der windige Internethändler Lewandowski zieht in deren Haus ein) , bricht für ihn die Welt zusammen und er gibt sich verwahrlosend seiner Trauer und Verzweiflung hin. Zu allem Unglück verliert er auch noch seinen Arbeitsplatz, auf den er immer  sehr stolz war,,,,

    Zitat auf Seite 104 über die Heimkehr von Matuschek's Tauben: 
    Aber darum geht es ihm nicht, sondern da ist dieses Gefühl , das sich stumm in ihm ausweitet und ihn für alles entschädigt, was sonst fehlt. 
    Wenn sie aus dem Himmel stürzen. Wenn sie die Flügel anlegen und zack, einfach da sind. Zu wissen, dass die Tauben kommen, dass sie immer wieder kommen , egal von wo, und sein Haus ist das Zentrum der Welt. Solange er sie fliegen lässt, kommen sie zurück. Das ist es, was er braucht, dafür kriegt er das Flattern, und langsam wird er nervös, weil Witt sich noch nicht gemeldet hat. 

    MEINE MEINUNG: 
    Die fast lyrisch anmutende, sprachgewaltige Ausdrucksweise von Kerstin Preiwuß hat mich ausserordentlich gepackt und mit einem unwiderstehlichem Sog immer wieder schnell zum Buch greifen lassen. Sie beschreibt ergreifend wie Matuschek unaufhaltsam in eine Depression abgleitet, sich selber nicht mehr wertschätzt , verwahrlost und sich auch noch vom neuen aggressiven  Nachbarn Lewandowski manipulieren lässt. Es macht eigentlich keine Freude diesen Absturz zu beobachten und zu lesen, aber das Buch beiseite legen oder gar zu vergessen, funktioniert überhaupt nicht. Kerstin Preiwuß versteht es meisterhaft die Einsamkeit, Hilflosigkeit und den Zweifel an sich selber bei Hans Matuschek zu beschreiben. Das Buch ist ein starkes Psychogram vom Hauptprotagonisten und seiner Mitmenschen , auch von der abgeschiedenen , ländlichen Umwelt an einem See. Die Idylle dieser Landschaft steht in krassem Gegensatz zum Denken und Handeln dieses zurückgelassenen, einsamen Menschen in Ostdeutschland. Ich empfand ihn nicht als sympathischen oder anziehenden Mann, aber seine naive Verzweiflung und Denkweise haben sehr an mein Mitleid appelliert. Er ist EINFACH NUR EIN MENSCH mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern und Verhaltensweisen, die man sich nur vorstellen kann. Aber er hat auch Stärken und wie er es schafft, diese wieder zu aktivieren - das ist ein spannendes und am Ende doch wieder ein erschreckendes Erlebniss für den Leser…..

    Meine Bewertung : Fünf *****Sterne für ein grossartiges Buch!

     Ein herzliches Dankeschön an die Autorin und den Berlin Verlag bei Piper für die Bereitstellung des Leseexemplars.

    *Gemeinsam lesen*

    Eine Aktion von Schlunzenbücher

    1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

    Ich lese zur Zeit zwei recht unterschiedliche Bücher und habe sie fast beendet. Beide Geschichten haben männliche Hauptprotagonisten. Matuschek, aus *Nach Onkalo* ist ein einfacher vierzigjähriger, in der Provinz lebender  Mann aus Ostdeutschland, der mit zwei Dingen fertig werden muss. Mit dem Verlust der Mutter und seines Jobs. Er verzweifelt am und im Alltäglichen Leben....

    *Oxen* ist ein demnächst erscheinender Thriller, der über einen ehemaligen dänischen Elitesoldat erzählt, der mit vielen Auszeichnungen aus dem Balkankrieg zurückgekommen ist und unter einem Trauma durch seine dortigen Erlebnisse leidet,,,,


    2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
    *Nach Onkalo* : Es ist Zeit, Matuschek muss raus. Seite 219
    *Oxen*: Es würde erst in gut einer Stunde dunkel werden. Seite 166

    3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
    Ein Thriller wie *Oxen*, Autor Jens Henrik Jensen, gehört nicht unbedingt zu meinem beliebtesten Genre, ich werde vom Buch nicht magisch angezogen und mache immer wieder Lesepausen.

    *Nach Onkalo* beeindruckt durch die sprachgewaltige Ausdrucksweise der Autorin Kerstin Preiwuß. Mit Matuschek kann ich mich nicht unbedingt identifizieren oder gar anfreunden. Er tut mit nur leid,,,,
    4. Pausiert ihr schon mal euren Blog? Oder sollte ein Buchblogger gar mal ein bisschen Abstand zu seinem Hobby suchen? (Der Büchernarr Frank)
    Ich pausiere natürlich mal beim Posten, zum Beispiel bei Krankheit, Urlaub oder Unlust. Wobei der dritte Grund noch nicht wirklich eingetreten ist!

    Sonntag, 3. September 2017

    *Wo drei Flüsse sich kreuzen* von Hannah Kent, erschienen im Droemer Verlag


    Hardcover, Droemer HC
    01.09.2017, 432 S.

    ISBN: 978-3-426-19979-4


    Rezension

    INHALT:  
    Wir schreiben das Jahr 1825 in Irland/County Kerry.
    Nóra lebt seit  dem plötzlichen  Tod ihres innig geliebten Ehemannes einsam und abgeschieden mit ihrem Enkel Micheál in ihrer einfachen, mit Reet gedeckten Kate. Micheál ist der Sohn ihrer verstorbenen Tochter Johanna, der von dem Vater des Jungen  zu den Grosseltern in Obhut gegeben wurde. Micheál ist vier Jahre alt, ungewöhnlich zart und nicht altersgemäß entwickelt. Nóra sorgt sich sehr um den Kleinen und stellt nach dem Tod ihres Ehemannes Martin die vierzehnjährige Mary Clifford als Magd ein , die sich um das Kind kümmern soll. Die abergläubische Bevölkerung des abgeschiedenen Tales ist der festen Überzeugung, dass der zurückgebliebene Junge ein Wechselbalg ist, ein sogenanntes Feenkind.
     Nóra sucht Hilfe  für das kranke Kind bei der geheimnisvollen, alten  Kräuterfrau, Heilerin und Aussenseiterin Nance Roche, die die *Gabe*besitzt  mit der Anders-Welt und dem *guten Feenvolk* Kontakt aufzunehmen.
    Eine verhängnisvolle Geschichte voller Heimlichkeit, Brutalität und Missverständnissen zwischen drei Frauen und der  in alten Traditionen und Aberglauben  verhafteten Talbevölkerung nimmt nun ihren tragischen Verlauf,,,

    Zitat Seite 370. 
    Beschreibung von Mary:
    Sie war doch nur ein Mädchen vom Moor. Ein Mädchen von binsenbewachsenem, torfigen Grund, aus dem die Erde schwarz herausquoll und auf dem man immer Gras, Staub oder Lehm unter den Füßen hatte, nie Kopfsteinpflaster oder die lackierte Oberfläche von Holz.

    Zitat Seite 51
     Nór’as Schicksalsschlag:
    „Dein Sohn bleibt dein Sohn , bis er heiratet, aber deine Tochter bleibt deine Tochter , bis du stirbst. Und jetzt auch noch deinen Mann zu verlieren…Gott ist wirklich grausam: Er nimmt die , die wir am meisten lieben, am ehesten zu sich.“

    Zitat Seite 215
    Nance Roche, die Heilerin mit der Gabe: 
    Nance saß in der Dunkelheit ihrer Kate und beobachtete durch die offenstehende Tür , wie das sterbende Jahr sich dem Schnee ergab. Die Nacht senkte sich heilig, als ob die Herrlichkeit Gottes im Wechsel von Hell zu Dunkel wohnte. In ihren zerlumpten Umhang gehüllt, hörte sie die Stille laut wie eine Klosterglocke. In dieser Nacht würden sie beginnen. Mit der Heilung. Dem mysteriösem Flehen. Dem Auftrennen alter Magie.

    MEINE MEINUNG:
    Lange hat mich ein Buch nicht so beeindruckt wie das Obige, denn es ist eine wahre Geschichte. Das Cover versetzte mich schon beim Betrachten in eine angespannte Stimmung voll unheimlicher Vorahnungen. Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt und jedem Kapitel wird als Titel eine Kräuterpflanze gewidmet wie zum Beispiel die Wasserschwertlilie, Nesseln , das Kreuzkraut oder auch einem Baum wie der Esche. Der Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Buch *Das Seelenhaus* genossen habe, ist total flüssig, einprägsam , voll beeindruckender , bildhafter Sätze und fantasievoll. Ihre zarten und stimmigen Naturbeschreibungen der irischen Landschaft haben in meinen Augen sogar eine poetische Nuance.  Hannah Kent hat sich intensiv mit dem irischen Volks- und Brauchtum  beschäftigt und hervorragend in alten Archiven und Bibliotheken recherchiert.  Sicher hat sie auch alte, mündliche Überlieferungen aus der heutigen Bevölkerung einfliessen lassen. Für viele Ereignisse setzt sie sogar  gälische Begriffe in kursiver Schreibweise ein. Piseógs zum Beispiel sind Flüche, schlechte Wünsche, die man auch bildlich mit Steinen und Pflanzen errichten kann. Die inneren Widersprüche und Konflikte zwischen christlich-katholischem Glauben und alten , heidnischen Bräuchen,  die in der Bevölkerung zu dieser Zeit brodelten, hat sie perfekt und glaubhaft dargestellt. Irisches Landleben der damaligen Zeit pur. 
    Die Armut und Unwissenheit  der Menschen vor der grossen Hungersnot und Auswanderungswelle in Irland sind mir durch diese Lektüre  wirklich zu Herzen gegangen. Was auch gerade Frauen durch Kindbett, Schwangerschaft und Armut aushalten mussten, war unglaublich.

    Der Arzt der Armen ist der Tod.
    Liagh gach boicht bas

    Für dieses spannende und ungewöhnliche Buch gibt es eine absolute Leseempfehlung von fünf ***** Sternen von mir.

    Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.